Gretchen

Obentrautstraße 19-21, 10963, Berlin, Deutschland

Wed, 01 Nov 2017
Show starts: 20:00

Mulatu Astatke

Mulatu Astatke gilt als Pionier des „Ethio-Jazz“, einer Kombination aus klassischem Jazz, lateinamerikanischen Einflüssen und der traditionellen Musik Äthiopiens. Der heute 73-jährige Percussionist, Klarinettist und Vibraphonist macht in Jazzkreisen bereits seit den 60ern von sich reden und ist einer der einflussreichsten Musiker Afrikas. Geboren 1943 in Jimma, einer Stadt im Westen Äthiopiens, bekommt Astatke die Chance im fernen England zu studieren. Auf dem Trinity College of Music in London übt er Klarinette und wechselt schließlich in den frühen Sechzigern als erster Afrikaner auf die prestigeträchtige Musikhochschule Berklee College in Boston. Er arbeitet mit Fela Kuti und Hugh Masekela daran, afrikanische Musik in ihrer nichtamerikanisierten Form zu etablieren und spielt sich mit seinem Ethiopian Quintet durch die Jazz-Clubs New Yorks. 1971 tritt er gemeinsam mit Duke Ellington auf. Mit abgeschlossenem Berklee-Studium zurück in Äthiopien, mischt er hier westliche Jazz- und Funk-Einflüsse mit den traditionellen Klängen seiner Heimat. Seine Diskographie wächst, und ganz nebenbei gründet er die African Jazz Village, eine Mischung aus Musikschule und Club. Als Radiomoderator und TV-Host bringt er den Landsleuten die eigene, reiche Musikgeschichte näher. Im Jahre 2005 verwendet der Filmregisseur Jim Jarmusch Stücke von Astatke, die er Anfang der 70er in Addis Abeba eingespielt hatte, im Soundtrack seiner Tragikomödie „Broken Flowers”. Diese Aufmerksamkeit führt zunächst dazu, dass seine alten Aufnahmen auch außerhalb Äthiopiens veröffentlicht werden. Mulatu Astatke geht auch wieder ins Studio und nimmt seit 2009 in unterschiedlichen Formationen neue Alben auf. „Inspiration Information“, „Mulatu Steps Ahead“ und zuletzt „Sketches of Ethiopia“ zeigen die ganze Klasse dieses Musikers. In Zeiten von Favela Funk und Afro Beat scheint die westliche Welt wieder bereit für den Sound des viel zu oft vergessenen Mutterlandes zu sein. Diese Musik klingt so einzigartig, hypnotisch und transzendent, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
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